Ratschlag an alle Großeltern
Wenn Sie genau wissen, daß Handlung X von den Eltern abgelehnt wird, dann tun Sie sich und ihren Enkeln einen Gefallen:
erzählen Sie es nicht sofort beim Wiederkommen davon und schleppen Sie nicht die Beweise für X mit rein.
Wenn Sie meinen, X unbedingt mit Ihren Enkeln tun zu müssen, dann entwickeln Sie bitte ein bißchen kriminelle Energie und verheimlichen Sie X!

Denn wenn ihre Schwiegertochter X mitbekommt, wird sie etwas dazu sagen. Einfach weil sie es muß, damit Regeln Regeln bleiben.

Und wenn Ihre Schwiegertochter dann sagt "njet", dann tun Sie sich einen Gefallen: rennen Sie nicht heulend aus dem Raum, schmeißen die Tür hinter sich zu und versuchen Sie erst gar nicht, Ihre Schwiegertochter aus dem eigenen Wohnzimmer auszusperren. Vergessen Sie das. Ihre Schwiegertochter wird, wenn sie ansatzweise Selbstrespekt hat, nämlich die Tür wieder aufmachen und reinkommen und sich nicht bei sich zu Hause aussperren lassen. Und dann müssen Sie dringend woanders hinlaufen.

Mit anderen Worten: lassen sie X einfach. Oder sehen Sie zu, daß Ihre Schwiegertochter von X erst ganz viel später erfährt. Mindestens einen Tag, wenn Sie schon wieder zu Hause sind, wo sie Türen knallen können so oft Sie wollen ohne das die schrecklichste Schwiegertochter aller Zeiten sie wieder aufmacht und auch noch reinkommt.

Oder nehmen Sie es wie ein Kerl: stehen Sie dazu, X getan zu haben und auch, daß Ihre Schwiegertochter das nicht lustig findet, statt loszuheulen und Türen zu knallen.


Familie und andere Katastrophen....




tama am 14.Apr 13  |  Permalink
Oh - wir haben doch nicht etwa dieselbe? ;)

sid am 15.Apr 13  |  Permalink
Gut, zu dem Thema "Was Großeltern gegen den ausdrücklichen Wunsch der Eltern tun" ließen sich wohl Bibliotheken füllen.

Ich empfehle paarmal bewußt zu atmen. Ausatmen nicht vergessen...

cassandra_mmviii am 15.Apr 13  |  Permalink
Mittlerweile bin ich eher amüsiert- und bei psychologischer Kriegsführung. Sie kommen ja nächstes Wochenende schon wieder.

Bananenbrot. Ich backe ein Bananenbrot. Das ist gemein, da das Schwiegermonster keine Bananen mag. Wenn es ihr nicht schmeckt, kennt sie den Weg zur Futterquelle ja :-)

loco-just-loco am 15.Apr 13  |  Permalink
Nun ja, das ist meiner Meinung nach wie in Glaubensdingen: es gibt Sachen, die sind völlig egal. Es gibt Sachen, da muß jeder machen, wie er es für richtig hält, aber eben auch nur für sich und nicht für den anderen. Und es gibt Sachen, über die kann man einfach nicht verhandeln.

Zu den letzten gehört zum Beispiel das Rotlicht an der Ampel. Oder eine Null-irgendwas-Diät aus medizinischen Gründen.
Großeltern oder auch OnkelTanten können aber durchaus - bei sich! - anderes Spielzeug haben, andere Tischsitten, andere Zubettgehzeiten. Solange klar ist: das ist da, und zuhause gelten andere Regeln.

Die beschriebene Reaktion ist allerdings ziemlich... na ja, früher hätte man "hysterisch" gesagt, aber es scheint, der Begriff ist frauenfeindlich.

btw, worum ging es denn?

cassandra_mmviii am 15.Apr 13  |  Permalink
Wie gesagt: wenn Großeltern/Tanten und weitere mishpoke irgendwas tun, was Eltern nicht unbedingt unterstützen: haltet doch einfach die Klappe statt mit den MacDonalds-Luftballons vor der Tür zu stehen und strahlend zu verkünden "ratet mal, wo wir waren?"

Sie waren direkt vom Mittagessen zu MacD gegangen statt wie angekündigt auf den Spielplatz. Weil da ja ein so toller Spielplatz ist. Und da gab es dann MacD-Süßkram für alle.
Das ist zwar nicht die gleiche Liga wie bei Rot über die Ampel, aber auch nichts, was Eltern unkommentiert oder sogar freudig aufnehmen müssen.

Zu schluchzen "ich mache nie wieder irgendwas mit den Kindern! Ich komme nie wieder hierher!" wenn die Eltern dazu was sagen... naja, Reaktionen sind was persönliches.

Am Ende war ich die böse Schwiegertochter. Muß ich mit leben. Deswegen werde ich nämlich nicht meine Haltung zum Thema "Spielen bei MacD" ändern. Sie sind übrigens vom Spielplatz aus weitergegangen, das schwiegermütterliche Argument "wir haben den Spielplatz nicht gefunden" ist also entkräftet. Großer Tiger hat gepetzt.

Ich stand in der zeit übrigens in der Küche, noch einen Kuchen für Schwiegerelterns backen, was auch bekannt war. Den haben sie dann mit den Worten "naja, gib her was du da zusammengeschmissen hast" dann doch probiert, großmütig wie sie nun mal sind.

Wenn sie das nächste Mal kommen (nächstes Wochenende also) kann das interessant werden. ich laß mich nämlich nicht noch mal mit den Worten "fahr doch ein bißchen in die Stadt und trink 'nen Kaffee" rauskomplimentieren. Ich trinke nämlich gar keinen Kaffee...

loco-just-loco am 17.Apr 13  |  Permalink
Nach allem, was ich sonst in Kommentaren auch so gelesen hab: die Schwiegermutter reizt es grad aus.
Meine Mutter hat einen Heidenhorror vor sowas, aus eigener Erfahrung ("ihr könnt uns das Kind auch mal überlassen - ich mach dann aber ALLES anders!"), aber wenn sie auch nur ansatzweise so frech zu meiner Frau wäre, würde ich ihr zeigen, wo der Maurer das Loch gelassen hat. Und daß der Maurer vor 200 Jahren wohl ziemlich vorausschauend gewesen ist, das Loch da zu lassen.
Was sagt denn "Herr Kassandra" dazu, oder macht sie das nur in seiner Abwesenheit?

cassandra_mmviii am 17.Apr 13  |  Permalink
Der Tigergatte ist meist nicht da, wenn so was passiert. Und jeder Zwischenfall alleine ist an sich ja nicht dramatisch, wenn man das nur vereinzelt mitbekommt, dann ist das alles halb so wild.

mark793 am 15.Apr 13  |  Permalink
Da sagen Sie was. Hier sind es meine Schwiegereltern gewesen, die so ziemlich alles unterlaufen haben, was wir an (gar nicht mal sonderlich strikten) Regeln aufgestellt hatten. Töchterlein konnte die Telefonnummer von Omi und Opi mehr oder weniger nutzen wie die Bestellhotline vom Otto-Katalog, und als meine Frau das monierte, dass das mit unserem Erziehungsideal eher nicht harmoniert, dem Kind jedweden Wunsch zu erfüllen, war meine Schwiegermutter tödlich beleidigt und brach den Kontakt zu uns ab. Das hatte es früher zwar auch schon da und dort mal gegeben, aber da hatte mein Schwiegervater zumindest noch die Leitung des roten Telefons offengehalten, was diesmal nicht der Fall ist. Dann halt nicht.

cassandra_mmviii am 15.Apr 13  |  Permalink
Wenn das mit dem Bestellen mal klappen würde...
der Anruf vor dem Geburtstag oder Weihnachten "was wünschen sich die Kinder eigentlich" endet meist mit einer Tigermama, die sich fragt, mit wem sie telefoniert hat.

Tödlich beleidigt trifft es ganz gut.

Ich bin immer noch nachgeburtlich entspannt- zur Erpressung gehören immer 2 und im Moment denke ich "nicht mit mir".

mark793 am 15.Apr 13  |  Permalink
Dass sich die Maßstäbe bei vielen Großeltern dahingehend verschieben, dass sie den Enkeln ohne mit der Wimper zu zucken alles Mögliche und Unmögliche angedeihen lassen, was sie für ihre eigenen Kinder immer strikt abgelehnt hätten, ist ja bekannt.

Mit Leuten, die ihr Verhalten aber nicht im Geringsten reflektieren, ist es irgendwie sinnlos, auf einen Nenner kommen zu wollen, selbst wenn man es grundsätzlich akzeptiert, dass Großeltern in vielem softer sind den Enkeln gegenüber.

cassandra_mmviii am 15.Apr 13  |  Permalink
Ein Teil des Spaßes, den Kinder bei Oma&Opa haben, ist ja gerade, daß man Dinge darf, die zu Hause auf keinen Fall gehen. Nutella löffeln, den Nachmittag vor dem Fernseher verbringen, 3 Tage hintereinander Nudeln mit Pasta als Beilage essen- alles klar.

Von mir aus auch die Beschallungsanlage als "Einschlafhilfe"... muß ja nicht zur Schule am nächsten Tag... und ich krieg es ja erst viel später mit...

Als meiner Oma etwas tat, was ein klarer Regelbruch war (und eins meiner heißgeliebten Oma-Rituale), sagte sie vorher: das klappt nur, wenn du davon NIEMANDEM etwas sagst. Und solange dein Bruder nicht hier ist, der sagt nachher noch was. Und ich halte bis heute weitgehend die Klappe dadrüber. Die dame ist seit 28 Jahren tot, also jenseits töchterlicher Rechenschaftsforderungen. Aber trotzdem.

Aber wie kann man erwarten, daß man die Beweise vor sich herträgt und die Eltern es ignorieren? Es ist die eine Sache, ob man als Elter mal wegguckt. Eine völlig andere ist zu erwarten, daß ich taubblind werde.

mark793 am 15.Apr 13  |  Permalink
Bin da völlig bei Ihnen. Denn wie gesagt, dass Großeltern bestimmte Dinge weitaus softer handhaben als sie es als Eltern auch nur in Betracht gezogen hätten, kennt man ja, und das ist auch eine ganz normale Rollenverteilung. Aber wenn das so weit geht, dass grundsätzliche Erziehungsziele der Eltern komplett konterkariert werden, muss man das nicht schlucken um des lieben Friedens willen.

Meine Mutter fragt ja lieber einmal zuviel nach, ob dies oder das okay ist, aber Schwiegermami geht immer per default davon aus, dass alles was sie macht (und auch früher getan oder gelassen hat), die einzig denkbare Art und Weise sei.

cassandra_mmviii am 15.Apr 13  |  Permalink
Schwiegermutters Credo ist "Toleranz" und "das muß jeder selbst wissen" und "das kann jeder machen wie er will" und "darf doch jeder seine Meinung haben. Nur wenn die Meinung des anderen ihrer entgegen läuft, ist fix Schicht im Schacht. Sie betont immer, daß man doch ganz frei sei. Und das heißt, daß jeder machen kann was er für richtig hält und niemand sagen darf "das finde ich aber keine so gute Idee" weil das dann ja immer sofort persönlich genommen wird.

Grundsätzlich will ich MacD ja nicht verbieten und jeden Burger-Esser per Ernährungsumerziehungslager zum Veganer machen. Und gerade bei längeren Autobahnfahrten soll die Rutsche in der Burgerschmiede schon so manches Drama verhindert haben. Alles ok.
Aber muß man da auf den "Spielplatz" gehen wenn 3 (in Worten: drei) Spielplätze auf dem Weg zum Gasthof zum Goldenen M passiert wurden?

Ich bin harmoniesüchtig. Aber deswegen mutiere ich nicht zur Zwangsharmonikerin.
Die Tiger haben durchaus begriffen, daß ich das nicht lustig fand und da sie nächstes Wochenende ja schon wieder kommen (...) werden zumindest dann keine Ausflüge zur überdachten Rutsche weil Opa Frischluftallergiker ist unternommen. Egal wie oft Opa sagt, daß die Junx aber ganz viel Spaß hatten. Denn das hatte ich nicht bezweifelt und das war auch nicht die Frage.


Mögen die Spiele beginnen :-)

sid am 15.Apr 13  |  Permalink
Mit Verlaub - Toleranz bedeutet eben NICHT, jeder macht wie er will oder glaubt. Drucken Sie doch mal der SchwiMu die Definition des Wortes aus.

Und ganz eigentlich kenne ich fast keine Eltern (ich sag jetzt fast, weil vllt kenn ich doch welche?) die NIX dazu sagen, wenn man NACH dem Mittagessen noch die Kinder abfüttert, zumal man weiß, daß die "entlastete" Schwiegertochter grad in der Küche backt.

cassandra_mmviii am 15.Apr 13  |  Permalink
Die "entlastete" Schwiegertochter, die nur für's Protokoll bereits gekocht hatte und phantastische Brownies zum Nachmittagskaffee backte.
"Und wenn du geglaubt hast der L. (Neffe) ißt was von deinem Kuchen, dann hast du dich getäuscht! Der mag nämlich gar keinen Kuchen!". Dann mag er eben keinen Kuchen. Toleranz ist, wenn ich ihn nicht damit zwangsfüttere :-).
Sie waren dann so großzügig, doch ein Stück noch zu essen. So was wie "Nett, daß du dir die Mühe gemacht hast, imemrhin hattest du ja schon gekocht für uns alle und das obwohl du ein relativ frisches Baby hast" erwarte ich gar nicht mehr. dazu kenne ich sie schon zu lange...

kelef am 15.Apr 13  |  Permalink
solchen und ähnlichen spass hatte ich mit der bösen frau und meiner tochter auch. anstrengende situationen, immer wieder. böse frau in pension, ich vollzeit berufstätig, kind nach der schule zu hause. ich kochte jeden abend vor - natürlich kochte ich auch für den abend frisch, ich will ja selber nicht jeden tag das gleiche essen. die böse frau lud das kind zum essen ein, das gekochte wurde auf anrodnung weggeworfen oder den hunden verfüttert. worauf die hunde kotzten und ich mir, als ich dahinterkam, leise verarscht vorkam. prinzipell koche ich nicht für die kloschüssel, und die hunde hätten das fleisch roh auch gefressen - und besser vertragen. dafür konnte das kind dann ganz schön lügen, wenn auch mit stetem schlechtem gewissen.

weil ich so böse war und lieber obst als schokolade kaufte, bekam die tochter von der bösen frau immer süssigkeiten. als ich dann ein leichtes mottenaufkommen bemerkte und der sache auf den grund ging, fand ich im zimmer meiner tochter rund 30 kg (in worten: dreissig kilogramm) lebkuchen, schokoschnitten, etc., gut durchvölkert von verschiedenen generationen motten. kam natürlich alles nur daher, dass ich nicht ordentlich putzte - und nein, in der meiner meinung nach leeren bettzeuglade putzte ich tatsächlich höchst selten. und als ich das ganze befallene zeug wegwarf und ernsthaft überlegte einen kammerjäger zu engagieren, da wurde mir vorgeworfen ich wolle mein kind vergiften, und würde dem kind nicht die kleineste süssigkeit gönnen, und so weiter und so fort.

wehren sie den anfängen, kann ich nur raten. und wehren sie heftig.

arboretum am 16.Apr 13  |  Permalink
Ich bin dafür, die Schwiegermutter mal in den gestrengen Kindergarten zu schicken, vier Wochen lang, jeden Tag. ;-)

cassandra_mmviii am 16.Apr 13  |  Permalink
Schwiegermutter ist Kindergärtnerin :-)

arboretum am 16.Apr 13  |  Permalink
Ha ha, da würden dann die Richtigen auf einander treffen und es ginge richtig rund.

cassandra_mmviii am 16.Apr 13  |  Permalink
Möge der Bessere gewinnen :-)