Samstag, 8. Juni 2013
Perfide
Eine Studienfreundin studierte ein Jahr in Jordanien. Sie lernte schnell, daß für alles, was schief lief, immer Israel verantwortlich war. Man bekam einen Studienplatz für religiöses Recht statt für Jura- Israel war schuld (echt!). Die Preise steigen- Israel ist verantwortlich. Wahrscheinlich machen die Israelis auch das Wetter.

Der langen Liste der israelischen Übeltaten kann man jetzt noch eine hinzufügen:
der Gaza-Streifen kam 1967 unter israelische Kontrolle, vorher gehörte er zu Ägypten. Aber irgendwie hat Israel es geschafft, schon seit 1948 die Verhältnisse dort zu bestimmen.
"Seit Vertreibung und Flucht im Jahr 1948 herrscht ein lähmendes Flüchtlingselend in Gaza.". Gefunden bei SPON- wo sonst?
Man könnte jetzt argumentieren, daß ein Land durchaus Verantwortung trägt, wenn es Bevölkerung vertreibt. Aber was hat Ägypten denn gezwungen, die Flüchtlinge auf einem Gebiet von der Größe Bremens zusammenzupferchen? Warum durften sie sich keine Existenz irgendwo im Land aufbauen?
Zwischen 1948 und 1967 liegen immerhin 19 Jahre, genug Zeit, Flüchtlinge ins eigene Land zu integrieren.
In Jordanien haben "Flüchtlinge" (wie kann man Flüchtling in der dritten bis vierten Generation sein?) übrigens keine jordanische Staasbürgerschaft und leben auch in Flüchtlingslagern. Das ist lt jordanischer Meinung auch Israels finstere Machenschaft.
Und Israel zwingt palästinensische Eltern wahrscheinlich, sich ihrer behinderten Kinder zu schämen.

Es ist also so wie es immer ist: Israel ist schuld.

Wie wäre es denn, wenn die "Regierung" von Gaza, also die hamas, aufhörte, ihr Geld in Raketenbauprojekte zu stecken und statt dessen dieses Sportzentrum wieder aufbaut?
Wieso ist es eigentlich kaputt? Vielleicht weil es als Raketenabschußbasis, Lager für Raketen oder sonstige nicht-sportelnde Tätigkeiten mißbraucht wurde?


Meine Güte... ich geh jetzt eine israelische Bio-Möhre essen.



Lob der tüchtigen Frau II
"Sie sorgt für Wolle und Flachs und schafft mit emsigen Händen."

Kleidung war in vorindustrieller Zeit eine Menge Arbeit. Irgendwann wußte ich mal, wie viele Handspindeln ein Spinnrad ersetzt, wie viele Spinnräder durch eine Jenny ersetzt werden, Tante Wiki behaupet, daß es 4 bis 8 Spinner (hier würde eine weibliche Form übrigens Sinn machen, Spinnen war zum relevanten Zeitpunkt ziemlich eindeutig Frauenarbeit!) einem Weber vorgearbeitet hätten.
Da machen Arbeitsverträge aus Mittelalter (größtenteils Handspindelzeit) und Früher Neuzeit (Spinnrad ist verbreitet), in denen Kleidung Teil der Entlohnung ist, plötzlich Sinn.
Kleidung war teuer weil sie arbeitsaufwändig war. Wolle mußte geschoren, gewaschen, gekardet, gesponnen und dann auch noch gewebt werden. Von Spaßkram wie Färben wollen wir gar nicht erst reden!
Flachs für Leinen ist noch ein bißchen schlimmer: siebenmal muß man ihn anfassen, bevor man ihn tragen kann.

Dieser Rat wird zu einer Zeit gegeben als wir noch ganz, ganz weit von der Industriellen Revolution entfernt sind, also nix mit Spinning Jenny.
Textilherstellung war so aufwändig, daß auch reiche Frauen spannen und webten. Wer jetzt an "Die Weber" und ihre Webstühle denkt: nö, der wurde erst später erfunden. Eine Frau, die Wolle und Flachs in der Hand hatte, hatte keine weichen, zarten Hände.

Nun kann man sagen, daß sei doch alles heute völlig unwichtig, Klamotten kauft man halt, je nach Geldbeutel und modischem Geschmack. Was will uns das heute also sagen?
Ich spinne und webe nicht, aber die Kleidung einer Familie in Schuß zu halten ist immer noch wichtig. Man kann jede Kinderhose wenn sie ein Loch auf dem Knie hat wegwerfen. Bei Kleinem Tiger würde ich dann etwa 2 Mal in der Woche Hosen kaufen gehen.
Also: Flicken, ausbessern, vielleicht abändern und als kurze Sommerhose tragen.
Knopf wieder annähen, diese nicht zu reparierenden Nietenhosenverschlüsse bei Kindern durch Knöpfe erstezen und das Knopfloch nähen, Reißverschlüsse esetzen und so weiter, nähen kann ich irgendwie immer. Soll ja keiern mit einer kaputten Hose in die Schule gehen, es reicht, wenn sie mit einer kaputten Hose wiederkommen!



Lob der tüchtigen Frau I
Sprüche ist nicht unbedingt der eingängisgte oder meistgelesene Bibeltext. Aber trotzdem: ich mag ihn. Und weil ich ihn so gerne mag, hier mal was mir dazu durch den Kopf geht:


Es sind die Worte einer Mutter an ihren Sohn, was er bei der Frage, mit welcher Frau er sein Leben verbringen will, bedenken sollte.


"Eine tüchtige Frau, wer findet sie? Sie übertrifft alle Perlen an Wert. Das Herz ihres Mannes vertraut auf sie und es fehlt ihm nicht an Gewinn. Sie tut ihm Gutes und nichts Böses alle Tage ihres Lebens."

Sie tut ihm gutes und nichts böses alle Tage ihres Lebens. Das sollte in einer Ehe eigentlich selbstverständlich sein, ist es aber nicht.
In den orthodoxen Kirchen wird man am Tag seiner Hochzeit symbolisch gekrönt. Brautkrönchen sind auch bei modernen Hochzeitskleidern nichts unbekanntes- für einen Tag Prinzessin sein. Aber die orthodoxen Hochzeitskronen sind sind die Kronen der Märtyrer, mit denen Gott die krönen wird, die sich zu ihm bekannten und dafür litten. Ehe kann verflixt weh tun.
Und in einer solchen Situation nicht nur zu sagen "ich tue ihm liebes und nichts böses", sondern es auch zu tun- Herausforderung pur.
Sollte ein mann es geschafft haben, eine Frau zu finden, die dazu auch nur ansatzweise im Stande ist- herzlichen Glückwunsch, Ihre Ehe ist wahrscheinlich gerettet.
Das ist übrigens kein Freibrief an Ehemänner, sich aufzuführen wie die letzten Macker und ihren Frauen das Leben vorsätzlich schwerzumachen.

Einen Partner zu haben, auf den man sich verlassen kann, ist in der Tat mehr wert als ein pralles Bankkonto. Mit einem Partner, auf den man sich nicht verlassen kann, ist ein pralles Bankkonto übrigens nicht gar so wahrscheinlich.

Aber auch jenseits aller materiellen Erwägungen: jemanden zu haben, dem man vertraut, von dem man weiß: mein Herz ist sicher.


Als Mutter dreier Söhne muß ich sage: genau das wünsche ich den Tigern.