Abendessen als Strafmaßnahme
"Australian youth who terrorized children on a school bus with threats of slitting their throats and anti-Semitic chants will be required to attend a Shabbat meal, visit Sydney Jewish Museum and read Holocaust literature.

Übersetzung:
"Ein australischer Jugendlicher, der in einem Schulbus jüdische Kinder jüdische Kinder damit bedroht hat, ihnen die Kehle auszuschneiden und antisemitische Parolen von sich gab, wird einer Shabbat-Mahlzeit beiwohnen müssen, das jüdische Museum in Sidney besuchen und Holocaust Literatur lesen müssen"


Hallo australische Jugendrichter:
ich weiß nicht, wie alt der Jugendliche war, aber das war kein Dummer-Jungen-Streich. Jemandem zu drohen, ihn umzubringen, ist kein "hättest du mal nachdenken sollen vorher"-vergehen.
Zu fünft ein meinem Bus Morddrohungen von sich zu gehen: das klingt eher nach Geiselnahme als nach "wir dachten, das sei lustig"

Abgesehen davon geht ihr davon aus, dass der Täter aus Unwissenheit über den Holocaust so gehandelt hat. Das bezweifle ich. Ich bezweifle auch, dass Konfrontation mit dem Leid der Verfolgten automatisch Empathie auslöst.

Und am allerstärksten bezweifle ich Eure Idee, jemanden als Strafmaßnahme in eine Familie zum Abendessen zu schicken. Denn als das wird ein Gerichtsurteil empfunden: als Strafe. Und nun muß er zur Strafe Zeit mit Juden verbringen. Die Beliebtheit der Mitschülerin, neben der man zur Strafe immer sitzen mußte, stieg durch diese Maßnahme nicht wirklich.