Mittwoch, 1. Juli 2015
Premiere
Die junge Dame ist vernünftigen Argumenten gegenüber offen.
“Windeln Nein“ mit entschiedenen Kopfschütteln.
Gut, die Alternative ist Toilette, erklärte ich Ohr.
Sie kletterte von der Wickelkommode, ging ins Bad, erklomm die Toilette (wobei ich ihr helfen durfte) setzte sich und pinkelte.

Ich bin beeindruckt.



Montag, 29. Juni 2015
Tempus non fugit
Demnächst kommt Arnie als Terminator in's Kino.
Bei den Wahlen in den USA treten Bush und Clinton an.
Im Osten brennen Asylunterkünfte und am Rand Europas tobt ein Bürgerkrieg.
In Deutschland regiert die CDU mit ewigem Frontmenschen. Man debattiert eine Änderung des Asylrechts, dir SPD signalisiert Bereitschaft.

Welches Jahr haben wir eigentlich???



Donnerstag, 25. Juni 2015
23 % Mehrwertsteuer?
Es hört zwar keiner auf mich, aber vorschlagen will ich es trotzdem: wie wäre es, wenn wir Grundlebensmittel steuerfrei stellen? 23% Mehrwertsteuer auf Nudeln?
Hallo, noch fit? Renten und Löhne sind in Griechenland massiv gesunken. Wie wäre es wenn wir den Menschen dort nicht die Nudeln von Teller gegensteuern, sondern zusehen, dass jeder satt wird. Dann fällt der Rest leichter.

Was ist denn das für ein Vorschlag? Habt ihr Marie-Antoinette im Team?



Mittwoch, 24. Juni 2015
Premiere
Prinzessin kann aus dem Bett klettern. Tut sie abends mit wachsender Begeisterung. Gestern bis halb zehn. Toll, oder?



Dienstag, 23. Juni 2015
Dann guck doch nicht hin
Wie eine weibliche erwachsene Brust aussieht... es nicht zu wissen ist in diesem Land und in diesem Jahrhundert ein Kunststück, dem ich applaudieren muss.
Mit Brüsten wird alles beworben. Auch wenn es mit Busen nichts zu tun hat, die Werbeagenturen denken anscheinend, dass Brust immer geht. Vielleicht denken sie auch, dass ihre Kunden denken, das Brust immer geht.

Wie ich das finde? Bescheuert. Halten sie ihre potentielle Kundschaft wirklich für so einfach gestrickt? Das grenzt ja schon an Beleidigung.

Busen geht eigentlich immer- es sei denn, der gezeigte Busen ist wird nicht zur Freude der Männerwelt oder Steigerung des Bruttoinlandsproduktes ausgepackt, sondern weil Baby hungrig ist. Am Ende ist Frau halt vor allem dafür da zu erfreuen.


Und dann gibt es da noch ein anderes Klientel. Das stört Busen.

Ich hab schwule Stammgäste, die sehen das und sagen: Entschuldige, Tanja, mir wird schlecht, ich kann nicht mehr zu dir kommen, wenn die hier ihr ganzes Gehänge rausholen.

So... mein lieber, hoffentlich nur vereinzelter schwuler Zeitgenosse: dann guck wo anders hin.
Wird dir auch übel wenn du an einem Werbeplakat mit einer barbusigen Strandschönheit vorbeikommst? Genügt sie deinen gehobenen ästhetischen Ansprüchen nicht? Oder stört dich bei der Stillenden, dass sie wahrscheinlich heterosexuellen Sex gehabt hat?

Wenn dich der Anblick einer weiblichen Brust so mitnimmt, schlage ich eine Augenbinde vor. Oder zieh in ein Land um, indem dergleichen schreckliche Anblicke dir nicht zugemutet werden. Wohin? Schon mal über Saudi-Arabien nachgedacht? Den Iran? Oder Da'esh? Ich wage die Aussage, dort stillt kaum eine Frau in der Öffentlichkeit.


Herrschaften, die allermeisten Frauen stillen äußerst diskret. Ein paar seltsame Mütter gibt es, klar. Das könnte daran liegen, dass Mütter Menschen sind und Menschen allgemein seltsam sind.
Ich hatte immer ein Tuch dabei, seit ich im “Mehrzweckwagen“ einer regionalen Bahngesellschaft gelandet war und dort Besoffene mit Riesenkötern ihr zwanzigstes Bierchen killten und dort meinen Busen auszupacken war mir dermassen unangenehm. Wieso ich überhaupt dort saß? Na, wegen des Kinderwagens! War Winter, ich war froh über meinen Schal, aber es war einprägsam.

Eine ruhige Ecke finden der Frau immer. Und jemanden, der glotzen will auch. Und sich aufregen. Ganz sicher.



Radikaler Postheroismus
Nachdenkenswert
https://www.zeit.de/2014/46/beruf-soldat-bundeswehr



Samstag, 20. Juni 2015
Totengeläut für Flüchtlinge
https://m.spiegel.de/panorama/a-1039848.html



Die Wöchnerin
https://m.faz.net/aktuell/stil/leib-seele/china-seltsame-mediizin-fuer-frisch-entbundene-13655019.html

Ich gebe zu: die Idee, mir einen Monat lang nicht die Zähne zu putzen, finde ich befremdlich und das ist mild ausgedrückt.

Aber das Wochenbett kennen wir auch und so völliger Aberglaube ist das nicht. Eine Zeit des Ausruhens, des Nichtarbeitens und des Liegend. Es heißt nämlich Wochenbett, nicht Wochenwandertage, sagte meine Hebamme.

Wir ignorieren diese Zeit, Frauen sollen möglichst schnell wieder fit seien, rumliegen ist nicht.

Für viele frische Mütter sieht die Realität als Wöchnerin (ja, das Wort gab es einmal) heute so aus: der Kindsvater muss wieder arbeiten, die ist nicht nur müde und körperlich wund, sondern auch mit dem Baby alleine. Und den großen Geschwistern dazu. Die wollen zu essen, rausgehen, bespielt werden und nachmittags rückt die Verwandtschaft zum Babygucken an und erwartet Kaffee und selbstgebackenes - bist ja zu Hause und hast Zeit ... Wohnung muss dafür auch geputzt werden, selbst wenn man die mishpoke am liebsten zum Mond schießen würde.
Wir haben das Wochenbett abgeschafft. Das ist kein Fortschritt.

Unsere Haltung finde ich auch befremdlich.

Rettet das Wochenbett!
Vor Victoria Beckham, die eine Woche später schon wieder arbeitete!
Vor dem “eine Geburt ist doch keine große Sache“-Männern in den Gesundheitsverwaltungen!
Vor den Superfrauen, die schon wieder in ihre Hosen passen!
Notfalls rettet es vor grantigen Schwiegermonstern mit schlechtem Essen.
Aber rettet es!



Montag, 15. Juni 2015
Flucht und Vertreibung
https://m.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/6811404/fluechtlingsdrama-an-der-tuerkischen-grenze.html

Wieso gucken wir uns das immer noch an?
Die müssen doch aufzuhalten sein.

Die Türkei hat massiv Flüchtlinge aufgenommen. Doch bei allen eigenartigen Diskursen in und um die Türkei ist es eins der wenigen möglichen Länder für eine Flucht.
Griechenland nimmt Bootsflüchtlinge auf, trotz aller Geldschwierigkeiten.
Und wir diskutieren, ob wir das auch können ...

Ja, können wir.



Sonntag, 14. Juni 2015
Für den König!
3 Tiger gegen eine Pazifistennachbarin. Deren bedauernswertes Kind (männlich, 5 Jahre) sitzt auf seinem Trekker in der Auffahrt und macht große Augen. Denn die Nachbarbande, also die Tiger, dürfen Dinge, die er nicht darf: Grillen.
Bratwurst mit den Fingern und direkt vom Feuer essen.
Mit Holzschwertern rumrennen und dabei “für den König!“ (Hä? Welchen König?) schreien.
Dreckig sein.
Aus einem Ast ein Sturmgewehr improvisieren.
Ohne Helikopterelter um den Block flitzen.
In den Bach fallen.
Auf Bäume klettern.
Pazifistenmama kam grade an, nochmals ihre Bedenken artikulieren. Immer diese Gewalt ... das möchte sie nicht, ihr Lasse-Ole darf nicht mitmachen und soll das möglichst nicht mal sehen. Begründung: sonst macht er noch mit :-)
Und Gewalt ist schlimm. Und führt zu Gewaltverbrechen. Und was nicht alles passieren kann!
Nach dem Gespräch schleppte sie ihr Kind gibt er die Hecken, blicksicher vor den Gewaltexzessen der Nachbar jung, die wahrscheinlich übermorgen in ein harmloses Nachbarland einmarschieren werden. Oder zum nächsten Schulhofrüpel.


Für den König!



Samstag, 13. Juni 2015


Ging hier die letzten Tage zu wie im pakistanischen Sweatshop :-)

Ich hatte ja angekündigt, selber nähen zu wollen weil alles andere noch mehr Arbeit ist.



Dienstag, 9. Juni 2015
Der Bowdenzug baumelt
Frage an die fahrradaffinen Herren: was tue ich, wenn der Bowdenzug schlabbert und es mit drehen nicht getan ist weil man am Ende der Spirale USt. Da ist so ein Loch mit Imbus-Öffnung. Drehen, am Draht ziehen oder ähnliches?

Danke :-)



Haare ab
Wenn Ihnen die Nachbarin enthusiastisch zur neuen Haarfarbe gratuliert...
Und Sie weder gefärbt noch getönt haben.

Ganz anders und viel besser. Sehr schöne Entscheidung, ich sehe viel jünger aus.

Der neue Haarschnitt war richtig.



Sonntag, 7. Juni 2015
Sonntag Abend
Alle Tiger durchnässt. Nachbarn teilweise amüsiert, teilweise schockiert. Zu kalt für Wasserschlacht ... ts. Für euch vielleicht :-)

Verwundetenstand dieses Wochenendes:
Ein blutiger Finger beim Großen Tiger
Ein blaues Auge und etwas, das verflixt nach Schmiß aussieht beim Mini-Tiger
Abgeschürfte Knie beim Kleinen Tiger.
Diverse blaue Flecken bei der gesamten Bande



Jedis
Wussten Sie schon, dass man sich auch mit Plastiklichtschwertern selber ein blaues Auge schlagen kann?



Diversity
Unsere Vorstellung von einem neutralen Klassenzimmer ist eine Illusion. Allerdings ist unser Land auch außerhalb der Schule kein neutraler Raum, sondern vielfältig und bunt. Wenn Schule auf das Leben vorbereiten soll, müssen Schüler in der Schule mit dieser Vielfalt in Berührung kommen. Sie müssen in einem geschützten Rahmen lernen, mit möglichen Konflikten und Diversität umzugehen. Dazu ist es unerlässlich, dass auch die Lehrerschaft unsere Gesellschaft widerspiegelt. Unsere Schüler kann das nur bereichern.

Vielfalt ... immer wieder gefordert, selten erreicht.



Freitag, 5. Juni 2015
Herr Mark
Ich gebe Ihnen hiermit offiziell recht: Söhne, grade mehrere, sind eine Landplage.

Die letzten drei Tage und besonders heute, haben mich ganz sicher Lebenszeit gekostet. Und graue Haare hinterlassen.

Ich bewundere Ihre Mutter.


So, musste gesagt werden.



Donnerstag, 4. Juni 2015
Outlander
Ich bewundere Frauen, die auch nach Flugzeugabstürzen auf einsamen Inseln oder während der Zombie-Apokalypse noch Zeit finden, sich die Beine und Achselhöhlen zu enthaaren. Wirklich.

Jamie Fraser kann das auch. Egal ob beim erzwungenen Treueschwur auf den Onkel, im Stall, auf dem Feld oder nach grob zehn Tagen Kerker: der Bart sitzt perfekt.
Weder glatt rasiert noch mit Gesichtswald geplagt, kann er sich den diversen Schwierigkeiten stellen, die sein Leben mit sich bringt.
Der Junge schafft es auch, dass er trotz dieser Unbillen perfekt enthaart ist.
Toll! Das will ich auch können!
Schade, ich mag meine Barbaren haarig.

Wieso wollen Schurken eigentlich immer von ihren Opfern verstanden werden? Oder wie sonst soll ich mir erklären, dass Randall Claire zuquasselt?



Mittwoch, 3. Juni 2015
Großer Tiger fragt
Mädchen sind seltsam. Anfang des Schuljahres waren sie noch vernünftig, aber nun benehmen sie sich einfach nur noch komisch. Kann man weder beschreiben noch erklären.
Werden die wieder normal?
Ja, sicher, sage ich.
Gut, dann sollte der Stress bis zum Ende des Schuljahres ja ausgestanden sein, befindet er.
Ich bin vorsichtig skeptisch.
Tigergatte ist brutal ehrlich: das dauert noch so 10 Jahre, vielleicht auch 15.

Großer Tiger rumst seinen Kopf auf die Tischplatte.