Burschis
Weitgehend sinnfreier Aktionismus:

"Begeistert war Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer von Anfang an nicht davon, dass sich die Burschenschafter ihre Stadt ausgesucht hatten. Jetzt sieht es so aus, als könnte sie den Funktionären wenigstens den Veranstaltungsort nehmen. Denn die Messe Innsbruck gehört mehrheitlich der Stadt (58 Prozent) - und die drängt darauf, den Vertrag mit der DB zu kündigen. In einer Mitteilung heißt es, dem werde sich das Land Tirol als Minderheitsgesellschafter der Messe "nicht verschließen". Auch die ebenfalls beteiligte Innsbrucker Wirtschaftskammer wird wohl - entgegen bisheriger Bekundungen - der Vertragsauflösung zustimmen.

Wenn man keinen Bock auf die DB in der Stadt hat, so sollte man von Anfang an nicht an sie vermieten statt dann, in letzter Minute, auf einmal zu entdecken, wer da vorbeikommen will und Verträge zu kündigen.
Sollte wegen eines einseitigen Vertragsbruches, so versicherte mir gestern ein Jurist diesbezüglich, eine Veranstaltung nicht statfinden können, kann der Geschädigte, in diesem Fall dann also die Burschis, alle daraus enstehenden Kosten weiterreichen, was sie, da ja keine dieser Verdingungen ohne Juristen rumläuft, auch wissen.
Also nicht nur die Kosten für einen Ausweichort, sondern auch Hotelstornierungen und Neubuchungen, notwendige Bahntickets etc. Das allein kann schonteuer werden, aber davon wird man in der Presse wohl nichts lesen.
Außerdem enthält dieser Mietvertrag wahrscheinlich eine "Pönalklausel" wie es in Österreich heißt: bei Vertragsbruch wird eine Strafzahlung fällig. Dann hat also der Steuerzahler dem DB-Nasen Geld zukommen lassen. Bingo!

Aber es macht gute Schlagzeilen, man ist gegen Ewig-Vorgestrige. Die Frage "großdeutsch oder kleindeutsch" wurde schon 1848/49 beendet, auch wenn dei DB das hartnäckig ignoriert...




zwetschgenkrampus am 01.Dez 13  |  Permalink
Naja, der Zweck politischer Ämter ist ja nicht, dass der Amtsinhaber Intelligenz einbringt. Für den Sachverstand hat man ja die Beamten. Aufgabe des Politikers ist es, die politische Verantwortung zu übernehmen. Und wenn sich jemand hinstellen kann und sagt, für den "Kampf gegen Rechts" sei uns (= Ihnen, liebe Steuerzahler) nichts zu teuer, dann hat der Wähler nur einmal in vier oder fünf Jahren eine Waffe gegen solche Trottulose in der Hand, nämlich den Stimmzettel. Aber bis zur nächsten Wahl ist ja noch so viel Zeit ...

Und was "groß- oder kleindeutsch" angeht, die Frage wurde noch mehrmals wieder aufgemacht, 1866 (Königgrätz), 1918 (da wollten wir "Ösis" uns ja an Deutschland anschließen, weil wir meinten, dieser Kleinstaat sei unmöglich lebensfähig), 1938 (da ging dieser Wunsch vieler in Erfüllung, und wir wurden mehrheitlich schnell davon kuriert) und zuletzt 1945 (Unabhängigkeit unseres Republikerls) ...

Zurück zu Tirol: Mander, s'isch Zeit: Z'erscht denkchen, donn erscht Maul aufmochn!