History girl
Aus der Reihe "Historische Irrtümer und Fehlannahmen, die einfach nicht aus den Köpfen zu kriegen sind" heute "Die Fünfprozenthürde ist eine Lehre aus Weimar".
Das "finstere Mittelalter" hatten wir ja bereits.

Die Fünfprozenthürde soll verhindern, dass der Bundestag voller Kleinstparteien sitzt. Warum? Weil, so der mantraartige Lehrsatz, der Weimarer Parlament durch Kleinstparteien so zersplittert war, dass dann Hitler an die Macht kam.
Dieser Satz ist falsch, und er wird auch durch's dauernde Wieerholen nicht wichtig.

Prozentverteilung der Wahlen vom November 1932:

NSDAP: 33,1 (-4,2)
SPD: 20,4 (-1,2)
KPD: 16,9 (+2,6)
Zentrum: 11,9 (-0,5)
DNVP: 8,3 (+2,4)
BVP 3,1 (-0,1)
DVP 1,9 (+0,7)
CSVD 1,1 (+0,1)
sonstige:3,3 (+0,2)

Unter die Fünfprozenthürde fallen also BVP (Bayrische Volkspartei), DVP (Deutsche Volkspartei), CSVP (Christlich-Sozialer Volksdienst, protestantisch-konservative, also Zentrum auf evangelisch) und natürlich sonstige Parteien.

War eine dieser Parteien an der Koalition vom Januar 1933 beteiligt?
Nein, das waren dier "Grossen Volksparteien", das Kroppzeug hätte, auch wenn es geschlossen gegen HItler gewesen wäre, das nicht parlamentarisch verhindern können mangels Mehrheit, die entsprechenden Parteien hatten zusammen 9,4% der Stimmen.

Demnächst in dieser Reihe: "Warum Demokratie nicht vor Völkermord schützt: Hitler war gewählt"




damals am 30.Mai 12  |  Permalink
Da kann ich Ihnen nur zustimmen! (und bin schon gespannt, ob ich das auch bei der nächsten Folge kann)