Dienstag, 23. Juni 2015
Dann guck doch nicht hin
Wie eine weibliche erwachsene Brust aussieht... es nicht zu wissen ist in diesem Land und in diesem Jahrhundert ein Kunststück, dem ich applaudieren muss.
Mit Brüsten wird alles beworben. Auch wenn es mit Busen nichts zu tun hat, die Werbeagenturen denken anscheinend, dass Brust immer geht. Vielleicht denken sie auch, dass ihre Kunden denken, das Brust immer geht.

Wie ich das finde? Bescheuert. Halten sie ihre potentielle Kundschaft wirklich für so einfach gestrickt? Das grenzt ja schon an Beleidigung.

Busen geht eigentlich immer- es sei denn, der gezeigte Busen ist wird nicht zur Freude der Männerwelt oder Steigerung des Bruttoinlandsproduktes ausgepackt, sondern weil Baby hungrig ist. Am Ende ist Frau halt vor allem dafür da zu erfreuen.


Und dann gibt es da noch ein anderes Klientel. Das stört Busen.

Ich hab schwule Stammgäste, die sehen das und sagen: Entschuldige, Tanja, mir wird schlecht, ich kann nicht mehr zu dir kommen, wenn die hier ihr ganzes Gehänge rausholen.

So... mein lieber, hoffentlich nur vereinzelter schwuler Zeitgenosse: dann guck wo anders hin.
Wird dir auch übel wenn du an einem Werbeplakat mit einer barbusigen Strandschönheit vorbeikommst? Genügt sie deinen gehobenen ästhetischen Ansprüchen nicht? Oder stört dich bei der Stillenden, dass sie wahrscheinlich heterosexuellen Sex gehabt hat?

Wenn dich der Anblick einer weiblichen Brust so mitnimmt, schlage ich eine Augenbinde vor. Oder zieh in ein Land um, indem dergleichen schreckliche Anblicke dir nicht zugemutet werden. Wohin? Schon mal über Saudi-Arabien nachgedacht? Den Iran? Oder Da'esh? Ich wage die Aussage, dort stillt kaum eine Frau in der Öffentlichkeit.


Herrschaften, die allermeisten Frauen stillen äußerst diskret. Ein paar seltsame Mütter gibt es, klar. Das könnte daran liegen, dass Mütter Menschen sind und Menschen allgemein seltsam sind.
Ich hatte immer ein Tuch dabei, seit ich im “Mehrzweckwagen“ einer regionalen Bahngesellschaft gelandet war und dort Besoffene mit Riesenkötern ihr zwanzigstes Bierchen killten und dort meinen Busen auszupacken war mir dermassen unangenehm. Wieso ich überhaupt dort saß? Na, wegen des Kinderwagens! War Winter, ich war froh über meinen Schal, aber es war einprägsam.

Eine ruhige Ecke finden der Frau immer. Und jemanden, der glotzen will auch. Und sich aufregen. Ganz sicher.



Radikaler Postheroismus
Nachdenkenswert
https://www.zeit.de/2014/46/beruf-soldat-bundeswehr