Sonntag, 9. November 2014
Leseliste
"Iron Kingdom: The Rise and Downfall of Prussia 1600-1947"



Mittwoch, 9. April 2014
Bilbo sagt:
"Ich muss weg von dieser Verwandtschaft, die sich gegenseitig die Klinke in die Hand drückt und mir keine Ruhe lässt! Ich will wieder Berge sehen, Berge, Gandalf. Und mir dann irgendwo ein stilles Plätzchen suchen, wo ich mein Buch fertigschreiben kann."

Ich will gar kein Buch schreiben. Nach so hohem strebt es mich nicht. Nur mal in Ruhe ein paar Gedanken zu Ende denken und weniger Verwandtschaft sehen.



Donnerstag, 6. Februar 2014
Anführungsstriche
"Er dankt den 36 noch lebenden Veteranen der Befreiungsaktion dafür, dass sie ihr Leben riskierten, um ihre Heimat von der "faschistischen Besatzung" zu befreien."

Endlich mal jemand, der den Unterschied zwischen Nationalsozialismus und Faschismus kennt!

Oder warum die Anführungszeichen? Weil "Besatzung" nicht der korrekte Ausdruck ist, wenn das mit der Eroberung nicht so klappt wie geplant?

Das Internat ist definitiv nicht meine allererste Wahl für die Beschulung der Tiger (und das liegt nicht nur an der Entfernung!), aber Fakt bleibt: die dort unter Wolldecken sitzenden Veteranen sind damals ins Eiswasser gesprungen, um die Wehrmacht aufzuhalten. Und das war, um es mal kurz zu fassen, nötig. Dafür kann man ihnen dankbar sein, denn ohne würden wir mit ein wenig Pech vor jedem Briefkasten mit Hoheitssymbol salutieren.
Also kein Grund für Anführungsstriche.



Montag, 27. Januar 2014
Tiger Mom schlägt wieder zu
Amy Chuas neues Buch steht auf meiner Leseliste. Den erstens war ihr erstes Buch anders als die Kritiken suggerierten und zweitens: ich bin neugierig.

Der Vergleich mit Thilo Sarrazin wird gezogen. Soweit ich das bisher (ohne Lektüre immer Kaffeesatzleserei) ersehe, verzichtet Chua allerdings auf Expeditionen ins Land der Genetik, sondern beschränkt sich auf kulturelle Faktoren: anerzogene Leistungsbereitschaft, anerzogene Selbstdisziplin und die vermittelte Zugehörigkeit zu einer Gruppe- Mormonen sind beim besten Willen keine Ethnie.

Soweit, so politisch korrekt. Wenn man darauf verzichtet, alle Eigenschaften genetisch zu erklären, steht man eigentlich auf sicherem Boden. Oder hat sich das die letzten jahre geändert?

Das eine Umgebung, die Leistung einfordert, leistungsfördernd wirkt, ist auch so weit unbestritten.

Das sich ein Gruppen leicht für überlegen halten, ist auch bekannt. Gründe gibt es dafür viele:
- weil sie eine so großartige (Sub)Kultur haben
- weil sie die coolere Musik hören
- weil sie im Kleinstadtpromimagazin schon mal erwähnt worden sind
Sich irgendwie für besser zu halten, passiert leicht. Wenn leute das denken weil sie sich die "richtigen" Eltern ausgesucht haben, zeigen sie eminer meinung nach ja höchstens ihre Klatsche und auch andere "Leistungen" wie den Rekord im Bierschnelltrinken nötigen mir nicht zwangsläufig Bewunderung ab oder lösen akute Unterlegenheitsgefühle aus. Sollen sie in ihrer eigenen Welt ruhig die Oberhelden sein :-)

Haarig wird es, wenn man sagt "du kannst da nicht zugehören weil du falsch bist" und genau das scheint Prof. Chua nicht zu tun- sie betont immer wieder, jedes Kind könne so Klavier spielen wie ihre Tochter, wenn es nur ausreichend übt- es läge an den Eltern, die ihre Kinder zu schnell vom Haken lassen.

Wie gesagt, steht auf meiner Leseliste.



Montag, 18. November 2013
Ein Musik-Stöckchen.
von Frau Berenike, aber ich erlaube mir ein paar Freiheiten.


pick your artist.
Christopher Marlowe


are you male or female?

"Oh yes I am wise
But it's wisdom born of pain
Yes, I've paid the price
But look how much I gained
If I have to I can face anything
I am strong
I am invincible
I am woman"


describe yourself.

First I was afraid, I was petrified,
kept thinking I could never live
without you by my side.
But then I spent so many nights,
thinking how you did me wrong,
and I grew strong
and I learned how to get along.

And so you're back from outer space.
I just walked in to find you here
with that sad look upon your face.
I should have changed that stupid lock.
I should have made you leave your key.
If I'd had known for just one second
you'd be back to bother me.

Oh now go, walk out the door.
Just turn around now
'cause you're not welcome anymore.
Weren't you the one who tried
to hurt me with goodbye?
Did you think I'd crumble?
Did you think I'd lay down and die?

Oh no not I.
I will survive.
Oh as long as I know how to love
I know I'll stay alive.
I got all my life to live
and I got all my love to give.
I'll survive. I will survive. hey hey

It took all the strength I had
not to fall apart.
Just trying hard to mend
the pieces of my broken heart.
And I spent oh so many nights
just feeling sorry for myself.
I used to cry
but now I hold my head up high.
And you see me, somebody new.
I'm not that chained up little person
still in love with you.
And so you felt like dropping in
and just expect me to be free
but now I'm saving all my loving
for someone who's loving me.

Oh now go, walk out the door.
Just turn around now
'cause you're not welcome anymore.
Weren't you the one who tried
to break me with goodbye?
Did you think I'd crumble?
Did you think I'd lay down and die?

Oh no not I.
I will survive.
Oh as long as I know how to love
I know I'll stay alive.
I got all my life to live
and I got all my love to give.
I'll survive. I will survive.
oh...

Oh now go, walk out the door.
Just turn around now
'cause you're not welcome anymore.
Weren't you the one who tried
to break me with goodbye?
Did you think I'd crumble?
Did you think I'd lay down and die?

Oh no not I.
I will survive.
Oh as long as I know how to love
I know I'll stay alive.
I got all my life to live
and I got all my love to give.
I'll survive. I will survive.

I will survive!


how do you feel?

Magnificat anima mea Dominum,
et exultavit spiritus meus in Deo salutari meo.
Quia respexit humilitatem ancillae suae.
Ecce enim ex hoc beatam me dicent omnes generationes.
Quia fecit mihi magna qui potens est,
et sanctum nomen eius.
Et misericordia eius a progenie in progenies
timentibus eum.
Fecit potentiam in brachio suo,
dispersit superbos mente cordis sui.
Deposuit potentes de sede
et exaltavit humiles.
Esurientes implevit bonis
et divites dimisit inanes.
Suscepit Israel puerum suum,
recordatus misericordiae suae.
Sicut locutus est ad patres nostros,
Abraham et semini eius in saecula.

Gloria Patri et Filio
et Spiritui Sancto. Amen.


describe where you currently live.

"Our house, in the middle of our street
Our house, in the middle of our

Our house, in the middle of our street
Our house, in the middle of our

Father wears his Sunday best
Mother's tired she needs a rest
The kids are playing up downstairs
Sister's sighing in her sleep
Brother's got a date to keep
He can't hang around

Our house, in the middle of our street
Our house, in the middle of our

Our house it has a crowd
There's always something happening
And it's usually quite loud
Our mum she's so house-proud
Nothing ever slows her down
And a mess is not allowed

Our house, in the middle of our street
Our house, in the middle of our...

Our house, in the middle of our street
Our house, in the middle of our...
Something tells you that you've got to get away from it

Father gets up late for work
Mother has to iron his shirt
Then she sends the kids to school
Sees them off with a small kiss
She's the one they're going to miss
In lots of ways

Our house, in the middle of our street
Our house, in the middle of our...

I remember way back then when everything was true and when
We would have such a very good time such a fine time
Such a happy time
And I remember how we'd play simply waste the day away
Then we'd say nothing would come between us two dreamers

Father wears his Sunday best
Mother's tired she needs a rest
The kids are playing up downstairs
Sister's sighing in her sleep
Brother's got a date to keep
He can't hang around

Our house, in the middle of our street
Our house, in the middle of our street"


if you could go anywhere, where would you go?

Die Luft der Berge ist klar wie Wein,
Und der Duft der Pinien
schwebt auf dem Abendhauch.
und mit ihm, der Klang der Glocken.

Und im Schlummer von Baum und Stein, gefangen in ihrem Traum;
liegt die vereinsamte Stadt
und in ihrem Herzen eine Mauer.

Jerusalem aus Gold
und aus Kupfer und aus Licht,
lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.

Wie vertrocknet die Brunnen sind,
wie leer der Marktplatz.
Keiner, der den Tempelberg besucht, in der alten Stadt.

Und in den Höhlen der Felsen, heulen die Winde.
Und es gibt keinen, der hinabstiege zum Toten Meer, auf der Strasse nach Jericho.

Jerusalem aus Gold
und aus Kupfer und aus Licht,
lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.

Aber als ich heute kam, um für Dich zu singen,
und Dir Kronen zu binden,
da bin ich doch das geringste all Deiner Kinder, der letzte dem es zustünde, Dich zu besingen.

Brennt doch Dein Name auf den Lippen, wie ein Kuss der Serafim:
Wenn ich Dein vergäße - Jeruschalajim, Du ganz und gar Goldene.

Jerusalem aus Gold
und aus Kupfer und aus Licht,
lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.

Ja, wir sind zurückgekehrt,
zu den Brunnen, zum Markt und Deinen Plätzen.
Der Klang des Schofars hallt über dem Berg, dort in der Altstadt.

Und in den Höhlen am Felsen scheinen Tausende von Sonnen.
Lass uns wieder hinabsteigen zum Toten Meer, über die Straße nach Jericho.

Jerusalem aus Gold
und aus Kupfer und aus Licht,
lass mich doch, für all deine Lieder, die Geige sein.


your favourite form of transportation:

I must go down to the seas again, to the lonely sea and the sky,
And all I ask is a tall ship and a star to steer her by;
And the wheel’s kick and the wind’s song and the white sail’s shaking,
And a grey mist on the sea’s face, and a grey dawn breaking,

I must go down to the seas again, for the call of the running tide
Is a wild call and a clear call that may not be denied;
And all I ask is a windy day with the white clouds flying,
And the flung spray and the blown spume, and the sea-gulls crying.

I must go down to the seas again, to the vagrant gypsy life,
To the gull’s way and the whale’s way where the wind’s like a whetted knife;
And all I ask is a merry yarn from a laughing fellow-rover,
And quiet sleep and a sweet dream when the long trick’s over.


your best friend is…
“Friendship is born at that moment when one person says to another: "What! You too? I thought that no one but myself . . ."”


you and your best friends are…

Semper fidelis!


what’s the weather like?

Whose woods these are I think I know.
His house is in the village though;
He will not see me stopping here
To watch his woods fill up with snow.

My little horse must think it queer
To stop without a farmhouse near
Between the woods and frozen lake
The darkest evening of the year.

He gives his harness bells a shake
To ask if there is some mistake.
The only other sound's the sweep
Of easy wind and downy flake.

The woods are lovely, dark and deep.
But I have promises to keep,
And miles to go before I sleep,
And miles to go before I sleep.


if your life was a tv show, what would it be called?

Buffy, the Vampire Slayer


what is life to you?

Jenny kissed me when we met,
Jumping from the chair she sat in;
Time, you thief, who love to get
Sweets into your list, put that in!
Say I'm weary, say I'm sad,
Say that health and wealth have missed me,
Say I'm growing old, but add
Jenny kissed me.


your last relationship:

"Had we but world enough, and time,
This coyness, Lady, were no crime.
We would sit down and think which way
To walk and pass our long love's day.
Thou by the Indian Ganges' side
Shouldst rubies find: I by the tide
Of Humber would complain. I would
Love you ten years before the Flood,
And you should, if you please, refuse
Till the conversion of the Jews.
My vegetable love should grow
Vaster than empires, and more slow;
An hundred years should go to praise
Thine eyes and on thy forehead gaze;
Two hundred to adore each breast;
But thirty thousand to the rest;
An age at least to every part,
And the last age should show your heart;
For, Lady, you deserve this state,
Nor would I love at lower rate.
But at my back I always hear
Time's wingèd chariot hurrying near;
And yonder all before us lie
Deserts of vast eternity.
Thy beauty shall no more be found,
Nor, in thy marble vault, shall sound
My echoing song: then worms shall try
That long preserved virginity,
And your quaint honour turn to dust,
And into ashes all my lust:
The grave's a fine and private place,
But none, I think, do there embrace.
Now therefore, while the youthful hue
Sits on thy skin like morning dew,
And while thy willing soul transpires
At every pore with instant fires,
Now let us sport us while we may,
And now, like amorous birds of prey,
Rather at once our time devour
Than languish in his slow-chapt power.
Let us roll all our strength and all
Our sweetness up into one ball,
And tear our pleasures with rough strife
Thorough the iron gates of life:
Thus, though we cannot make our sun
Stand still, yet we will make him run."


your fear:

I am not yet born; O hear me.
Let not the bloodsucking bat or the rat or the stoat or the
club-footed ghoul come near me.

I am not yet born, console me.
I fear that the human race may with tall walls wall me,
with strong drugs dope me, with wise lies lure me,
on black racks rack me, in blood-baths roll me.

I am not yet born; provide me
With water to dandle me, grass to grow for me, trees to talk
to me, sky to sing to me, birds and a white light
in the back of my mind to guide me.

I am not yet born; forgive me
For the sins that in me the world shall commit, my words
when they speak me, my thoughts when they think me,
my treason engendered by traitors beyond me,
my life when they murder by means of my
hands, my death when they live me.

I am not yet born; rehearse me
In the parts I must play and the cues I must take when
old men lecture me, bureaucrats hector me, mountains
frown at me, lovers laugh at me, the white
waves call me to folly and the desert calls
me to doom and the beggar refuses
my gift and my children curse me.

I am not yet born; O hear me,
Let not the man who is beast or who thinks he is God
come near me.

I am not yet born; O fill me
With strength against those who would freeze my
humanity, would dragoon me into a lethal automaton,
would make me a cog in a machine, a thing with
one face, a thing, and against all those
who would dissipate my entirety, would
blow me like thistledown hither and
thither or hither and thither
like water held in the
hands would spill me.

Let them not make me a stone and let them not spill me.
Otherwise kill me.


what is the best advice you have to give?

"If you can keep your head when all about you
Are losing theirs and blaming it on you;
If you can trust yourself when all men doubt you,
But make allowance for their doubting too;
If you can wait and not be tired by waiting,
Or, being lied about, don't deal in lies,
Or, being hated, don't give way to hating,
And yet don't look too good, nor talk too wise;

If you can dream--and not make dreams your master;
If you can think--and not make thoughts your aim;
If you can meet with triumph and disaster
And treat those two impostors just the same;
If you can bear to hear the truth you've spoken
Twisted by knaves to make a trap for fools,
Or watch the things you gave your life to broken,
And stoop and build 'em up with wornout tools;

If you can make one heap of all your winnings
And risk it on one turn of pitch-and-toss,
And lose, and start again at your beginnings
And never breathe a word about your loss;
If you can force your heart and nerve and sinew
To serve your turn long after they are gone,
And so hold on when there is nothing in you
Except the Will which says to them: "Hold on";

If you can talk with crowds and keep your virtue,
Or walk with kings--nor lose the common touch;
If neither foes nor loving friends can hurt you;
If all men count with you, but none too much;
If you can fill the unforgiving minute
With sixty seconds' worth of distance run--
Yours is the Earth and everything that's in it,
And--which is more--you'll be a Man, my son!"


how would you like to die?

Let me die a youngman's death
not a clean and inbetween
the sheets holywater death
not a famous-last-words
peaceful out of breath death

When I'm 73
and in constant good tumour
may I be mown down at dawn
by a bright red sports car
on my way home
from an allnight party

Or when I'm 91
with silver hair
and sitting in a barber's chair
may rival gangsters
with hamfisted tommyguns burst in
and give me a short back and insides

Or when I'm 104
and banned from the Cavern
may my mistress
catching me in bed with her daughter
and fearing for her son
cut me up into little pieces
and throw away every piece but one

Let me die a youngman's death
not a free from sin tiptoe in
candle wax and waning death
not a curtains drawn by angels borne
'what a nice way to go' death


your soul’s present condition:

Kyrie Eleison
Down the road that I must travel
Kyrie Eleison
Through the darkness of the night
Kyrie Eleison
Where I'm going will you follow
Kyrie Eleison
On a highway in the night


your motto:
Non nobis, Domine, sed nomine tuo da gloriam



Und ich gebe weiter an Frau Maracaya und Gertie!



Samstag, 24. August 2013
Der Untergang des Abendlandes
Ich besuchte einst ein Seminar, in dem es um Elisabethanisches Theater ging und es war ziemlich cool. Irgendwie habe ich sogar einen Zugang zu Goethe gefunden über diesen Umweg.

Aber unbestritten ist, daß es bei dem, was man im Lierturstudium bespricht und dem, was tatsächlich gelesen und verkauft wird, himmelweite Unterschiede gibt. Meine Dozentin wußte nicht, wer Terry Pratchett sei und wieso "Eric" was mit Marlowes Faust zu tun haben könnte.
Ich meine mich zu erinnern, daß es um "Tis a Pity, She's a Whore" (ja, das heißt wirklich so...) ging als die Dozentin erklärte, das sei ein durchaus noch aktuelles Stück, davon würde es auch aktuell sehr erfolgreiche Aufführungen geben, so zum Beispiel in den 1970ern vor 200 Zuschauern als Rahmenprogramm eines Kongresses über Elisabethanisches Theater, wobei die historische Bühnengestaltung sehr gelobt worden sei.

Aha. Zeitgenössisch. Erfolgreich- die meisten Zuschauer waren wahrscheinlich vom Kongress. Aber trotzdem.

Literatur, so damals mein Eindruck, darf auf keine Fall erfolgreich sein, oder wenn sie es unverzeihlicherweise doch ist, sollte der Autor mindestens tot sein. Das gilt übrigens auch für Ausstellungen in Museen.

Der Independent hat seinen Kulturredakteur entlassen und Frau Bergmann sieht den Untergang, bald werden wir alle nur noch Harry Potter oder Shades of Grey lesen.

Nun kann man über die literarische Qualität dieser Werke trefflich streiten. Sie haben sich aber verkauft, sie sind gelesen worden und nun wagen es doch tatsächlich profane Nichtliteraten, eine Meinung zu haben und diese auch kund zu tun.

Ich leide ja auch massiv unter der "Geschichte kann doch jeder"-Haltung. Jeder war im Geschichtsunterricht, ein paar Guido Knopps hat auch jeder gesehen, da ist der Weg frei zur Erklärung des 20. Jahrhunderts.

Vielleicht sollten wir es positiv sehen: nur wer sich interessiert, wird weiterlesen. Vielleicht brauchen wir gar keine Literaturkritiker, die uns erklären, was ein Buch bedeute. Vielleicht schadet es den Literaturwissenschaften nicht ganz so immens, so zu erklären, daß man sie auch ohne Studium verstehen kann.

Und vielleicht haben im Zeitalter der vielverpönten Literaturforen ja auch die paar echten Literaten, die nie im Marktrelevanz erreichen werden, weil die tumbe Masse sie nicht kaufen wird und die Literaturverlage unter dem Diktat des Marktes stehen, eine Chance ihr Meisterwerk von bahnbrechender bedeutung dort den vier oder fünf Schöngeistern zu präsentieren, die es zu würdigen wissen statt das Manuskript, daß die Bücherwelt verändern wird, in der Schublade verstauben zu lassen, wo es erst den Enkeln beim Entrümpeln des Hauses nach Oppas Tod in die Hände fallen wird...



Donnerstag, 4. Juli 2013
Buchempfehlung
Wer nicht extra nach Bremen fahren will, um eine klasse Ausstellung zu sehen: es gibt zu "Graben für Germanien" einen Austellungskatalog, der mehr ist als eine Sammlung von Bildchen der Gattung "Dingsie, um 1200, irgendwo in Italien"

https://www.amazon.de/Graben-f%C3%BCr-Germanien-Arch%C3%A4ologie-Hakenkreuz/dp/3806226733/ref=cm_cr_pr_product_top


Der Aufsätze sind allgemeinverständlich und nicht nur Historikerkauderwelsch, der Katalog hat eine ansprechende Optik.

Man ist hinterher ein ganzes Stück schlauer was Herrschaftslegitimation über Wissenschaft angeht- oder auch einfach nur desillusionierter.



Sonntag, 2. Juni 2013
Leseliste
Wollte ich schon lange lesen:

"Halbmond und Hakenkreuz. Das "Dritte Reich", die Araber und Palästina" von Klaus-Michael Mallmann und Martin Cüppers.

Nun habe ich es endlich und sogar die Zeit, reinzugucken.



Sonntag, 3. Februar 2013
Literarische Fallen
Großer Tiger liest "Der Adler der Neunten Legion". Römer sind ja sowieso cool, die müssen kaum was machen, um Sympathiepunkte zu kassieren.

Nun kommt im "Adler" ein Sklave als Protagonist vor. Großer Tiger findet das äußerst faszinierend und stellt tausend (naja, gefühlt tausend) Fragen dazu. Wir erläutern also den Themenkomplex Sklaverei, wird zur Zeit als eins dieser merkwürdigen Dinge, die es früher nun mal gab, zur Kenntnis genommen.

Das andere sind die Legionsadler. Schlimm, wenn so einer verloren geht. Tigerpapa nutzt die Gelegentheit, Arminius, aka Herrmann der Verräter, als Buhmann der römischen Geschichte einzuführen.

Vielleicht sollten wir doch auf politisch korrekte und nicht problembelastete Kinderbücher umsteigen...



Mittwoch, 19. Dezember 2012
1. Buch ist durch
Ich denke, er hast eine gute Chance, das bis Weihnachten zu schaffen.

Und dann?