Gefechte
In den Händen der Tiger wird jeder längere Stock zum (Laser)Schwert und jeder kürzere zur (Blaster)Pistole. Und sie haben den großen Vorteil, daß immer mindestens ein Bruder Lust auf ein gepflegtes (Raum)Gefecht hat.

Letztens sagte die Nachbarin zu mir irgendwas von gefährlich, sie sagt ihrem Sohn immer, daß er nicht mitmachen soll, was das Kind auch brav tut, er steht am Zaun und guckt zu wenn die Straße zum Feld der Ehre wird.
Gestern lieferten sie sich einen erbitterten Kampf mit den Nachbarskindern (die sind auch zu dritt, das Mädel hielt gut mit).

Heute tobten sie wieder militaristisch den Weg entlang, ich samt Kinderwagen wesentlich langsamer hinterher. Nachbarsjunge guckte zu und Mini-Tiger, immer drauf aus, den Spaß noch zu vergrößern und keinen außen vor zu lassen, bezog ihn ein... indem er ihn fröhlich "piu, piu, piu" beschoß...

Mutter reagierte sofort und ultrapädagogisch: sie stürzte zum Zaun, zerrte ihren Sohn (auch 4) weg und sagte bitterböse "ich will das nicht!". Guckte mich böse an. Zickte los "kannst du deinen Kindern nicht endlich beibringen, daß man nicht auf Menschen schießt!" Stürmte weg, bei Nachbars klingeln, wie unmöglich das sei. Das will sie nicht, immer diese Gewaltspiele, manche Eltern sehen da ja weg, aber sie nicht!

Memo von mir an mich selbst:
- Sturmgewehre aus Holz
- Holzschwerter für diesen Sommer aufstocken,
- Tigerprinzessin ist bestimmt alt genug für ihr erstes Schwert- wird auch rosa :-)
- sobald es warm wird Wassergewehre kaufen

Und dann kann der Sommer kommen!




admiral am 06.Mär 14  |  Permalink
Jep. "Jung und ihre Spielzeuge"

Unsere Holzschwerte sind auch immer wieder angesagt. :-)

Viel Spaß den Heckenrittern!

cassandra_mmviii am 06.Mär 14  |  Permalink
Ich sehe da nicht weg, ich weiß recht genau was sie tun, gebe mich nur nicht der Horrorvorstellung hin, daß sie weil sie sich mit der Nachbarsbrut Gefechte liefern, übermorgen in arglosen Nachbarländern einmarschieren.

Ich halte das für weitgehend harmlos und nicht den Beginn einer kriminellen Karriere oder den ersten Schritt auf dem Weg zum Übeleroberer.

mark793 am 06.Mär 14  |  Permalink
Im Prinzip bin ich da völlig bei Ihnen. Wir haben uns das Kriegsspielen damals auch nicht nehmen lassen von Erwachsenen, die es gehasst haben (inklusive der eigenen Eltern).

Und dann hab ich mich dieser Tage doch dabei ertappt, wie ich einem verkleideten Cowboy-Bengel, der seine Spielzeug-Knarre auf mich angelegt hatte, sagte: "Man zielt nicht auf Leute".

cassandra_mmviii am 06.Mär 14  |  Permalink
Wir haben die Regel "man zielt nicht auf Unbewaffnete" :-)

Nachbarskind war unbewaffnet und an der Form der Frage, ob er mitspielen will, läßt sich sicher auch arbeiten, aber grundsätzlich ist es erstmal nett wenn man den danebenstehenden Jungnachbarn einlädt, mitzuspielen.

Wir haben für's erste die Waffenkollektion des Sommers bei Opa geordert- der versuchte sich rauszureden, er wisse ja gar nicht, wie so ein Sturmgewehr aussähe, was Großen Tiger zum Lachen brachte "Du warst doch Soldat!"

Beim nachfolgenden Wunsch nach Tarnklamotten wurde ich dann defensiver, aber Tigerpapa war voll dabei. Dann kann er einschlägige Fachgeschäfte nach Waldtarn-Muster in Größe 110 durchsuchen...

mark793 am 06.Mär 14  |  Permalink
Wir haben die Regel "man zielt nicht auf Unbewaffnete" :-)

Okay, das kann man gelten lassen.

Was mich an Tarnklamotten (so Töchterlein denn Interesse daran anmelden würde) wesentlich mehr stören würde als der paramilitärische Charakter, ist der Umstand, dass das in meinen Augen voll die Asi-Kluft ist. Nicht nur bei Erwachsenen. Die Kiddies, die hier so unterwegs sind, würde ich eher nicht auf dem Kindergeburtstag von mademoiselle793 sehen wollen.

cassandra_mmviii am 06.Mär 14  |  Permalink
"dass das in meinen Augen voll die Asi-Kluft ist. "

Der geheime (okay, nun nicht mehr) Grund, weshalb ich Tigergatten losschicke: bei Stretchjeans in Proll-Tarn wird er recht fix entdecken, daß meine Erklärungen ("gibt es nicht in vernünftig") nicht vorgeschoben sind.

Der Versuch, ein entsprechendes Kleidungsstück für die Schulaufführung (Tiger war Jäger und sollte irgendwas mit "Tarn" tragen) zu erstehen, endete in völliger Genervtheit bei mir und das kann er sich geben wenn er vollmundig verspricht. Mein Tipp ist, das er 13 cm nach Übertreten der Eingangsschwelle genug hat und wieder geht.

Eheliche Pädagogik :-)

Ich wäre geneigt, einem Satz Spezial-Klamotten zuzustimmen weil sie dann vielleicht nicht mehr mit der frisch gekauften jeans durchs Unterholz toben und vielleicht mal was heile bleibt oder nicht täglich gewaschen werden muß...

mark793 am 06.Mär 14  |  Permalink
Die letztgenannten praktischen Gründe sind ja schwer von der Hand zu weisen. Und dennoch...

Nachdem ich in meine eigene (olivgrüne und später schwarz gefärbte) Bundeswehrhose von vor 30 Jahren nur noch mit enormer Mühe reinpasse, trage ich mich schon länger mit dem Gedanken, sowas in der Art nochmal anzuschaffen. Wahrscheinlich wird das auf eine Internet-Bestellung hinauslaufen, denn in einschlägige Ladenlokale zieht es mich sowas von überhaupt gar nicht. Aber die Vorstellung, sowas in Kindergrößen suchen zu müssen, toppt das noch locker. Da wünsche ich dem Tigergatten allen Spaß der Welt.

cassandra_mmviii am 06.Mär 14  |  Permalink
Ich wünsche auch alle Freude bei der Suche- wir reden von einem Mann, den schon der Kauf eines Paares Schuhe nervt und der nach der 2. Hose anzuprobieren die Geduld verliert :-)

admiral am 06.Mär 14  |  Permalink
Einkaufen muß für uns Männer folgendermaßen ablaufen:
1) Reinkommen
2) auf DAS Teil zeigen
3) ggf. Schnell (!) anprobieren, wenn nötig
4) zahlen und raus.

Lange suchen geht gar nicht!

cassandra_mmviii am 07.Mär 14  |  Permalink
Ich habe ja in der Tendenz eine eher männliche als weibliche Art einzukaufen: icgh habe eine Liste mit Krams, den ich brauche und der wird dann erstanden, und zwar möglichst ohne Umwege.

Nie käme ich auf den Gedanken, aus Spaß an der Freud loszuziehen und Schuhe zu kaufen oder mich in der Umkleide mit Hosen in zweistelliger Anzahl zu verbunkern und sie 5 Mal anzuprobieren.
Meine Schwägerin schlug mal vor, wir könnten "shoppen" gehen und es klang etwa so verlockend wie eine Wurzelbehandlung... samstagmittag durch eine überfüllte Innenstadt zu laufen, noch dazu belanden wie ein Armeemaultier mit Krams, den kein Mensch braucht...

shinjungmee am 07.Mär 14  |  Permalink
wenn in den Geschäften nichts brauchbares zu holen, bleibt nur noch die Lösung: selber nähen. Sie haben da ja hinreichend Erfahrung! Stoffe - auch in Camouflage - und Schnittmuster gibt's im Internet; die besten Erfahrungen habe ich mit Burda gemacht.

http://www.burdastyle.de/burda-style/kinder/kinderhose-windblocker-hosen_pid_773_6586.html

http://shopping.burdastyle.de/stoffe,23k4xuwo0sp96qg7,ec_camouflage,Y2Ftb3VmbGFnZQ==,pa

cassandra_mmviii am 07.Mär 14  |  Permalink
wenn man eine beige Hose lang genug durch Gehölz gerobbt hat, hat sie fast Tarnfarbe :-)

zwetschgenkrampus am 11.Mär 14  |  Permalink
Als Kind wohnte ich in einer Großsiedlung, die abschnittsweise fertiggebaut wurde. Eigentümer: Fast durchwegs junge Familien mit Kindern.

(mit versonnener Stimme weiter) Im Bauschutt bei den noch nicht fertigen Blocks gab es genug so Plastikröhren, wie man sie zur Verlegung von Stromkabeln verwendet. So ein Röhrchen, nach beliebiger Länge abgeschnitten, drum herum einen Haltegriff aus feuchtem Fensterkitt (= Munitionsvorrat) gepappt, fertig war das Blasrohr.

(Mit voller Stimme) Unpädagogisch wie nur was - aber toll. Es gab die herrlichsten Gefechte ... unsere Mütter waren froh, dass es so eine sich selbstorganisierende Spielgruppe gab. Nebenan gab es ein altes Ziegeleigelände (inzwischen längst verbaut), ein reines Kinderparadies: Teiche, Bäume, Radfahrpisten ... am späteren Nachmittag gingen die Kinder heim, dann kam die nächste Spielgruppe, die jungen Männer mit ihren Moto-Cross-Maschinen ...

cassandra_mmviii am 11.Mär 14  |  Permalink
In der alten Tongrube spielen, vermatscht nach Hause kommen, Frösche jagen, mit dem Abendläuten nach Hause gehen.

Ich bin mir grad sicher, wo 2 Tiger sind, ziemlich sicher wo einer ist und weiß so ungefähr wo der vierte ist. Ab so etwa 6 sollten Eltern nicht immer wissen, was ihre Kinder grad machen, dauerhelikoptern schadet nur.